Grundlagen — Sicherheit & Recht

IFRA-Limits einfach erklärt: Was „max. 0,6 %“ auf unseren Produktseiten bedeutet

Von Felix — Duftatelier ·16. July 2026 · Lesezeit 6 Min. · ✓ Fachlich geprüft
Kurz gesagt

IFRA-Limits sind verbindliche Höchstmengen für Duftstoffe im fertigen Produkt, festgelegt von der International Fragrance Association. „max. 0,6 % (Kat. 4)“ heißt: Im fertigen Eau de Parfum dürfen höchstens 0,6 % des Stoffes stecken — nicht in deiner Konzentrat-Formel. Bei üblichen 20 % Konzentrat-Anteil darfst du also das Fünffache in der Formel führen.

Was ist die IFRA — und muss ich mich daran halten?

Die International Fragrance Association (IFRA) ist der Weltverband der Duftstoffindustrie. Ihre „IFRA Standards“ legen auf Basis toxikologischer Studien (RIFM) fest, wie viel von einem Duftstoff im Endprodukt stecken darf — hauptsächlich wegen Hautsensibilisierung und Phototoxizität. Aktuell gilt das 51. Amendment (2023).

Für Hobby-Parfümeure sind die Standards kein Gesetz — aber der anerkannte Stand der Technik. Spätestens wenn du Parfüm verschenkst oder verkaufst, wird IFRA-Konformität über die EU-Kosmetikverordnung 1223/2009 praktisch zur Pflicht. Und auch für dich selbst gilt: Die Limits existieren, damit dein Duft dich nicht sensibilisiert — eine einmal erworbene Duftstoff-Allergie bleibt.

Was bedeutet „Kategorie 4“?

Die IFRA teilt Produkte nach Hautkontakt in 12 Kategorien. Kategorie 4 umfasst Fine Fragrance: Eau de Parfum, Eau de Toilette, Parfum Extrait, Cologne — also genau das, was du im Duftatelier mischst. Deshalb nennen alle unsere Produktseiten den Kategorie-4-Wert. Andere Kategorien (Cremes, Kerzen, Raumdüfte) haben eigene Werte.

Wie rechne ich ein IFRA-Limit auf meine Formel um?

Das Limit gilt fürs Endprodukt. Deine Formel (das Konzentrat) wird aber mit Alkohol verdünnt. Die Rechnung: Max. Anteil in der Formel = IFRA-Limit ÷ Konzentrat-Anteil.

Beispiel: Citral (Limit 0,6 %) EdT (10 % Konzentrat) EdP (20 %) Extrait (30 %)
max. Citral in der Formel 6 % 3 % 2 %

Faustregel: Je stärker dein Parfum konzentriert ist, desto weniger vom limitierten Stoff darf in die Formel.

Die drei Summenregeln, die fast jeder übersieht

1. Naturstoffe zählen mit. Citral steckt auch in Lemongrass- und Litsea-Öl, Geraniol in Rosen- und Palmarosaöl, Eugenol in Nelkenöl. Für das Limit zählt die Gesamtmenge aus allen Quellen.

2. Stoffgruppen teilen sich ein Limit. Alle Rose Ketones (Damascone, Damascenone) zusammen dürfen 0,043 % nicht überschreiten — auch die Damascon-Spuren in Apritone zählen anteilig.

3. Phototoxische Zutaten addieren sich. Bergamotte, Zitrone und Grapefruit (kalt gepresst) haben eigene Limits — die Summe ihrer Ausschöpfung darf 100 % nicht überschreiten. Nutzt du die Hälfte des Bergamotte-Limits, bleibt für Zitrone nur noch die Hälfte ihres Limits.

Limitierte Rohstoffe im Duftatelier-Sortiment (Kat. 4)

Rohstoff Limit im Endprodukt Grund
Methyl Octine Carbonate 0,01 % Sensibilisierung
Rose Ketones (z. B. Damascone Beta) 0,043 % Sensibilisierung
Eichenmoos-Extrakt 0,1 % Sensibilisierung (Atranol)
Benzaldehyd 0,25 % Sensibilisierung
Bergamotte (kalt gepresst) 0,4 % Phototoxizität
Allyl Cyclohexyl Propionate 0,47 % Allylester-Spezifikation
Citral 0,6 % Sensibilisierung
Citronellol 1,22 % Sensibilisierung
Coumarin 1,5 % Sensibilisierung
Zitrone (kalt gepresst) 2 % Phototoxizität
Eugenol 2,5 % Sensibilisierung
Grapefruit (kalt gepresst) 4 % Phototoxizität
Hydroxycitronellal 4,1 % Sensibilisierung
Geraniol 4,7 % Sensibilisierung
Benzyl Salicylate 7,3 % Sensibilisierung
Limonene kein Mengenlimit Spezifikation: Peroxidzahl

Alle anderen Rohstoffe im Shop tragen „Kein IFRA-Limit (51. Amendment)“ — oder sind Gemische, bei denen das Hersteller-Zertifikat gilt. Den jeweils aktuellen Wert findest du in der Fakten-Leiste jeder Produktseite.

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Über den Autor Felix — Duftatelier

Felix kuratiert jeden Rohstoff selbst, prüft jede Charge und entwickelt alle Rezepturen aus eigener Mischerfahrung — vom Einsteiger-Kit bis zu den Formeln im Atelier-Brief.

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