Erbe & Geschichten — Kulturgeschichte
Kôdô – Die Kunst, dem Weihrauch zu lauschen
Kurz gesagtKôdô (香道, „Weg des Duftes“) ist eine traditionelle japanische Kunst, bei der man Weihrauch — vor allem Agarholz — nicht „riecht“, sondern ihm „lauscht“. Die Praxis entstand im 15. Jahrhundert und teilt mit der Teezeremonie die Prinzipien Stille, Präsenz und Achtsamkeit.
Kôdô (香道 – "Weg des Rauches/Duftes") ist eine der drei klassischen japanischen Künste – neben Blumenstecken (Kadō) und der Teezeremonie (Sadō).
Was ist Kôdô?
Eine meditative Praxis des "Hörens" von Weihrauch. Man sagt nicht "riechen" sondern "lauschen" – der Duft spricht, und man hört zu.
Geschichte
- Entstand im 15. Jahrhundert in Japan
- Genutzt von Samurai und Adel zur Meditation und Selbstvervollkommnung
- Teilt mit der Teezeremonie (Chado) die Prinzipien: Stille, Präsenz, Achtsamkeit
Materialien
- Agarholz (Oud/Jinko) – Das kostbarste Räuchermittel
- Rikkoku Gomi – Die 5 Geschmäcker/Qualitäten des Agarholzes
- Verschiedene Herkunftsgebiete mit je eigenem Charakter
Spiele und Übungen
- Kumiko – Erraten der Holzherkunft
- Jumonji – Strukturiertes Erraten von 3 Düften
Warum es für Parfümeure relevant ist
Kôdô lehrt die tiefste Form des Zuhörens – eine Qualität, die auch in der westlichen Parfümerie immer wichtiger wird.