Erbe & Geschichten — Kulturgeschichte

Kôdô – Die Kunst, dem Weihrauch zu lauschen

Von Felix — Duftatelier · · 1 Min. Lesezeit
Kurz gesagt

Kôdô (香道, „Weg des Duftes“) ist eine traditionelle japanische Kunst, bei der man Weihrauch — vor allem Agarholz — nicht „riecht“, sondern ihm „lauscht“. Die Praxis entstand im 15. Jahrhundert und teilt mit der Teezeremonie die Prinzipien Stille, Präsenz und Achtsamkeit.

Kôdô (香道 – "Weg des Rauches/Duftes") ist eine der drei klassischen japanischen Künste – neben Blumenstecken (Kadō) und der Teezeremonie (Sadō).

Was ist Kôdô?

Eine meditative Praxis des "Hörens" von Weihrauch. Man sagt nicht "riechen" sondern "lauschen" – der Duft spricht, und man hört zu.

Geschichte

  • Entstand im 15. Jahrhundert in Japan
  • Genutzt von Samurai und Adel zur Meditation und Selbstvervollkommnung
  • Teilt mit der Teezeremonie (Chado) die Prinzipien: Stille, Präsenz, Achtsamkeit

Materialien

  • Agarholz (Oud/Jinko) – Das kostbarste Räuchermittel
  • Rikkoku Gomi – Die 5 Geschmäcker/Qualitäten des Agarholzes
  • Verschiedene Herkunftsgebiete mit je eigenem Charakter

Spiele und Übungen

  • Kumiko – Erraten der Holzherkunft
  • Jumonji – Strukturiertes Erraten von 3 Düften

Warum es für Parfümeure relevant ist

Kôdô lehrt die tiefste Form des Zuhörens – eine Qualität, die auch in der westlichen Parfümerie immer wichtiger wird.

Über den Autor Felix — Duftatelier

Felix kuratiert jeden Rohstoff selbst, prüft jede Charge und entwickelt alle Rezepturen aus eigener Mischerfahrung — vom Einsteiger-Kit bis zu den Formeln im Atelier-Brief.